Ein Betriebspraktikum bei den „Big 5“ in Südafrika

Für die Vertiefungsmodule im 5. Semester wollte ich unbedingt die Chance nutzen, für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Da ich Freunde und Familie in Südafrika habe, lag es nahe, mir dieses Land als Ziel zu setzen. Meine Recherche nach einer geeigneten Praktikumsstelle begann im Internet, wo ich nach Praktika im Bereich Tier-und Naturschutz, Ökologie und Tiermedizin suchte. Bereits nach einer Woche hatte ich etwas Passendes gefunden. Im Shamwari Game Reserve wurden mir alle drei und sogar noch mehrere interessante Arbeitsbereiche angeboten, in denen ich tätig werden könnte. Shamwari ist ein 25.000 Hektar großer Wildpark, der die sogenannten „Big 5“ beheimatet. Zu diesen gehören Büffel, Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden.  Die Bewerbung auf die Praktikumsstelle fiel schlicht und einfach aus, da in diesem Arbeitsbereich alle helfenden Hände gebraucht werden. Doch bevor ich die Stelle annehmen konnte, musste ich mich zunächst um die Finanzierung kümmern. Da das Praktikum unbezahlt war, bin ich vorher viel arbeiten gegangen und konnte mir über diesen Weg den Betrag erarbeiten. Es hat sich alle Male gelohnt und die Vorfreude war riesig!

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Giraffe im Morgenlicht beim Monitoring um 500 Uhr morgens.

Da sich der Park um alles Organisatorische gekümmert hat, musste ich lediglich meinen Flug buchen. Die Betreuung war schon super, bevor ich überhaupt in Südafrika gelandet war. Endlich kam der Tag der Abreise und in Südafrika angekommen, haben meine Freunde vor Ort mich direkt vom Flughafen in den Park gefahren. Allein der Weg zu meiner Unterkunft war überwältigend! Viele Giraffen und Elefanten kreuzten unseren Weg. An der Unterkunft wurde ich freundlich von den Koordinatoren begrüßt, die mir schließlich ein Zimmer zuteilten und mir alles vorstellten. Danach wurde ich mit den anderen internationalen Praktikanten bekannt gemacht. Wöchentlich gab es zwischen diesen einen Wechsel, sodass ich häufig mit 19 weiteren Personen zusammengearbeitet habe. Diese Regelung ist in Shamwari notwendig, da die einzelnen Projekte relativ groß und aufwändig sind, aber so auch Tourismus mit Naturschutz verbunden werden können.

Unsere Unterkunft war wunderbar und, dass jeden Tag ein typisch südafrikanisches Essen für uns zubereitet wurde, war noch viel besser. Auf diese Weise konnte ich mich einzig und allein auf die Arbeit konzentrieren. Täglich von 800 Uhr morgens bis 1700 abends waren wir in der sogenannten „Game Area“ unterwegs. Die „Game Area“ ist der Teil des Parks, wo die  wilden Tiere leben. Vereinzelt mussten wir auch nachts oder früh morgens um 400 Uhr raus. Die Wochenenden hatten wir Zeit, um uns Südafrika etwas näher anzusehen.

Die meiste Arbeit habe ich im Tier- und Naturschutz geleistet aufgrund der alarmierenden Tatsache, dass Nashörner wegen ihres Horns getötet werden und so kurz vorm Aussterben stehen. Zu meinen Aufgaben gehörte deshalb „daily monitoring“. Dabei bin ich mit meinem Koordinator durch den  Park gefahren, um alle Nashörner, Elefanten oder Großkatzen zu suchen und das richtige Jäger-Beute Verhältnis sicher zu stellen. Dabei wandten wir Methoden wie „telemetry tracking“ an. Das gehört unter anderem zur Spurensuche. So können wir die Tiere aufgrund eines Chiphalsbandes leichter und vor allem schneller finden. Auch die Kontrolle der Gewässer, die durch Shamwari führten, stand auf meinem Aufgabenplan. Mit wissenschaftlichen Tests konnte ermittelt werden, wie gesund dieser Fluss ist. Das konnte auch anhand der Artenvielfalt erfolgen. Dabei haben wir vermutlich eine neue, noch unentdeckte, Shrimps-Spezies gefunden. „Alien Plant Control“ war ebenfalls eine wichtige Aufgabe. „Alien Plants“ sind Pflanzen, die nicht ursprünglich aus Südafrika stammen und durch ihr schnelles und unkontrolliertes Wachstum die originale Pflanzenwelt komplett zerstören können. Die wohl spannendste Arbeit für mich, war die Arbeit mit dem Tierarzt vor Ort. Hier durfte ich auch medizinisch Hand anlegen und verschiedene Tiere wie Büffel, Elefanten, Löwen, Nashörner und Rappenantilopen ruhig stellen. Das Horn der Nashörner mit einem Mikrochip auszustatten und den kranken, schwachen Büffel medizinisch zu versorgen, waren nur wenige Gründe, aus denen die wilden Tiere ruhig gestellt werden mussten. Teilweise habe ich auch Hilfe im Krankenhaus leisten müssen, eine kleine Klinik, die sich im Park befindet. Dort sind Tiere untergebracht, die medizinische Hilfe brauchen. Zumeist hat man diese während des „daily monitoring“ gefunden.

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Ruhigstellen einer Antilope zur Untersuchung auf eine mögliche Schwangerschaft.

Während meines Aufenthaltes in Südafrika habe ich unendlich viel gelernt und Wissen erlangt, was mich auch für das spätere Leben weiterbringen wird. Die Betreuung war super und die Leute sehr nett. Viele Freundschaften mit Menschen aus aller Welt konnte ich knüpfen. Der Spaß bei der Arbeit wurde nie vernachlässigt und die Wichtigkeit, uns wertvolles Wissen theoretisch und praktisch beizubringen, stand für die Koordinatoren immer an erster Stelle. Ebenfalls haben sie alle die Fähigkeit dazu, dich für die kleinsten Dinge der Natur begeistern zu können. Die Leidenschaft, die sie für ihre Arbeit haben, war sehr ansteckend und ging nahtlos auf mich über. Alles in allem war es eine unvergessliche Zeit und ich kann es nur weiter empfehlen.

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