Während des Bachelors nach Israel – Meine Zeit in Tel Aviv

Katrin hat im 5. Semester des BSc Biowissenschaften statt einen Vertiefungsmodul, ein Betriebspraktikum im Ausland absolviert. Hier berichtet sie mehr über diese spannende Zeit in Israel.

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Bewerbungsschritte

Nachdem ich von der Möglichkeit eines Auslands-Moduls gehört habe, stand für mich schnell fest, dass ich diese Erfahrung gerne machen würde. Um einen Überblick zu bekommen, habe ich mich mit Frau Niebergall ausgetauscht, die mir die PDF-Datei mit allen Kooperationspartnern der Professoren des Fachbereichs gezeigt hat. Hierüber habe ich die Kooperation zwischen Prof. Paul Tudzynski und Prof. Amir Sharon in Tel Aviv gefunden. Nach Rücksprache mit Prof. Tudzynski habe ich mich per E-Mail mit einem Motivationsschreiben und einem tabellarischen Lebenslauf in Israel beworben. Die weitere Kommunikation war sehr unkompliziert.

 

Tel Aviv University

LaborDie Universität in Tel Aviv ist eine Campus-Uni und liegt etwas außerhalb von Tel Aviv. Mit mehr als 30.000 Studenten ist sie die größte Universität Israels. Der Fachbereich Faculty of Life Science beinhaltet über 90 Arbeitsgruppen und Labore und circa 3.000 Studenten. Die Arbeitsgruppen und Institute sind meist international aufgestellt, die Mehrheit der wissenschaftlichen Mitarbeiter sind aber Israelis. Die Arbeitsgruppe von Professor Amir Sharon gehört zum Institut für Molekularbiologie & Ökologie der Pflanzen. Forschungsschwerpunkt ist die Pilz-Pflanzen-Interaktion von Pflanzenschädlingen wie Botrytris cinerea (Grauschimmelfäule). Mein Projekt beinhaltete Forschung über den Zusammenhang von Autophagie und Apoptose bei diesem Pilz. Innerhalb des Projektes habe ich außerdem grundlegende molekular- und mikrobiologische Methoden kennen gelernt. Eine Immatrikulation an der Universität in Tel Aviv war nicht notwendig, da ich weiterhin in Münster eingeschrieben war.

 

Einreiseformalitäten

Solange man nur drei Monate in Israel bleibt, muss vorher kein Visum beantragt werden. Bei der Einreise wird deutschen Staatsbürgern in der Regel ein dreimonatiges Touristenvisum ausgestellt. Da ich dreieinhalb Monate dort war, habe ich circa vier Monate vor Abreise ein Studentenvisum bei der israelischen Botschaft in Berlin beantragt. Neben den Kosten für die benötigten Unterlagen, wie ggf. Reisepass, Passfotos, etc., muss man für ein Studentenvisum 42 Euro plus Porto einplanen.

 

Unterkunft und Lebenshaltungskosten

Ein günstiges Zimmer in Tel Aviv zu finden stellte eine enorme Herausforderung dar. Nachdem ich mich aufgrund der übertriebenen Preise der Studentenwohnheime gegen diese entschieden hatte, habe ich mich mittels Suchmaschinen weiter umgeschaut. Schließlich habe ich über AirBnB ein paar Zimmerangebote gefunden, die schöner und günstiger als die Wohnheimzimmer waren. Pro Monat habe ich trotzdem immer noch 630 Euro Inklusivmiete gezahlt. Mein Eindruck der generellen universitären Unterstützung ist, dass man als ausländischer Student im Vergleich zu israelischer Studenten deutlich mehr, zum Teil sogar das Doppelte, zahlt.

Die Lebenshaltungskosten sind in Israel bzw. besonders in Tel Aviv ebenfalls höher als in Deutschland. Obst und Gemüse der Saison ist meist relativ günstig, Milchprodukte, Fleisch, Brot etc. hingegen kosten deutlich mehr. Da es das Prinzip der Mensa dort leider nicht gibt, muss man auf dem Campus für ein Mittagessen bei einem der vielen kleinen Cafeterien zwischen 7 und 10 Euro kalkulieren.

 

Sprache

Für mein Forschungspraktikum haben meine guten Englischkenntnisse vollkommen ausgereicht. Dadurch, dass die Arbeitsgruppen in der Regel international besetzt sind, wird vorwiegend Englisch gesprochen. Fachliteratur ist sowieso auf Englisch geschrieben. Für einen längeren Aufenthalt würde ich einen der vielen Sprachkurse (Ulpan genannt) empfehlen.

 

Gesundheit

Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht nur für das Visum Pflicht, sondern auch sinnvoll. Meiner Recherche nach tun sich die verschiedenen Pakete nicht viel. Worauf man achten kann, ist, dass man eine günstige Kombination mit Auslands-Haftpflicht-Versicherung findet, falls die deutsche Haftpflicht-Versicherung das nicht schon beinhaltet. Besondere Impfungen sind nicht nötig, eine Rücksprache mit dem Hausarzt schadet aber sicher nicht.

 

Verkehr

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Israel während der Woche (Samstagabend nach Sonnenuntergang bis Freitagnachmittag) sehr gut ausgebaut, wenngleich der Begriff Fahrplan dort eher unbekannt ist. Größtenteils reist man mit dem Bus, an der Küste gibt es außerdem eine gute Nord-Süd-Zugstrecke. Auch Überlandbusse fahren alle paar Minuten in alle kleineren und größeren Städte. Öffentliche Verkehrsmittel sind meist sehr günstig. Zusätzlich lohnt es sich auf jeden Fall, eine „Rav Kav“ ausstellen zu lassen. Das ist eine personalisierte, elektronische Fahrkarte, bei der es Rabat auf den auf die Karte gebuchten Geldbetrag gibt. Anders sieht es am Wochenende, dem Shabbat, aus: Die allermeisten öffentlichen Verkehrsmittel fahren von Freitagnachmittag bis Samstagabend gar nicht, darunter alle israelischen Busse und Züge. Stattdessen gibt es Sammeltaxis, Sheruts genannt, die auf bestimmten Strecken, sowohl in den Städten als auch über Land fahren. Sie sind etwas teurer als normale Busse.

 

Fazit

Aus meiner Zeit in Israel und Palästina bleibt mir besonders in Erinnerung, wie hilfsbereit und freundlich die meisten Menschen dort sind. Egal wo man ist, was man sucht oder welches Problem man hat, es finden sich eigentlich immer Menschen, die einem bereitwillig weiterhelfen. Wenn man am Englisch als Ausländer erkannt wird, folgt in der Regel auch ein Gespräch über Deutschland, fast jeder kennt zumindest Köln und mindestens eine Person, oft sogar eigene Familienangehörige, die in Deutschland leben. Die meisten Leute packen häufig auch noch ein paar Brocken Deutsch aus und sind wirklich interessiert, was man denn so in Israel treibt und ob man das dieses und jenes schon gesehen hätte. Meist folgen dann auch noch ein paar sehr hilfreiche Reisetipps. Reisen in Israel hat so wirklich Spaß gemacht!Wüste Negev

Wie jedem wohl bekannt ist, ist Israel ein konfliktgeladenes Land. Das macht es aber natürlich auch umso spannender, politische Themen mit Einheimischen zu besprechen und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Je länger ich in Israel und Palästina unterwegs war, umso stärker habe ich den Eindruck bekommen, dass eine „neutrale Betrachtung“ der politischen Situation gar nicht möglich ist. Ich hatte das Glück, dass ich beide Perspektiven auf den israelisch-palästinensischen Konflikt direkt aus ersten Hand kennen lernen konnte, da zeitgleich mit mir eine ehemalige Mitbewohnerin aus Münster in Bethlehem und Jerusalem gearbeitet und gelebt hat. So habe ich eine Palästinenserin aus einem der Flüchtlingscamps in Bethlehem kennen gelernt und durch Besuche dort einen Eindruck in ihren Alltag bekommen.Mauer Bethlehem 2

Außerdem ist Israel ein wunderschönes Land mit atemberaubender Natur. Von mediterranen Wäldern und Bergen im Norden über das Mittelmeer, den See Genezareth, das Tote Meer und das Rote Meer bis hin zur Wüste in der gesamten südlichen Hälfte findet man für eigentlich jeden Geschmack etwas. Mir hat es besonders die Steinwüste Negev angetan, die durch Wind und Wasser bizarre und wunderschöne Formen angenommen hat. Aber auch die vielen wirklich alten Ruinen und historisch und religiös wichtigen Orte sind beeindruckend und eine Reise absolut wert. Mit Besuch aus Deutschland habe ich mich zwei Mal auf die Reise von Norden nach Süden gemacht. Dadurch, dass Israel wirklich klein ist (circa so groß wie Hessen), kann man problemlos herumreisen, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.Küste Haifa, Akko, RoshHaNiqra

Die Laborarbeit hat mir wirklich Spaß gemacht. Mir wurde sehr schnell und viel alleine zugetraut und das Arbeitsklima ist herzlich und entspannt. Es war immer mindestens eine Person da, die mir helfen konnte, wenn ich nicht weiterwusste oder irgendetwas gesucht habe. Ich habe bisher nicht viele Vergleichsmöglichkeiten, aber mein Eindruck ist, dass das Labor gut ausgestattet ist. Ich kann absolut empfehlen, ein Praktikum in dieser Arbeitsgruppe zu machen. Neben all den persönlichen Erfahrungen, die ich in Israel gesammelt habe und an denen ich gewachsen bin, habe ich auch fachlich viel gelernt. Das wird mir besonders jetzt in der Bachelorarbeits-Vorbereitung besonders bewusst. Selbstständig zu Planen und zu Arbeiten sind Dinge, die sehr wichtig sind und die ich allem voran in meinem Auslandspraktikum gelernt habe.Klagemauer, Felsendom in Jerusalem

 

Im Labor direkt am Meer – Betriebspraktikum Neuseeland

 

BP-NS_001Von Oktober bis Dezember 2016 habe ich ein Betriebspraktikum in Neuseeland im Victoria University Coastal Ecology Laboratory absolviert. Ich wurde von einem Doktoranden betreut und habe durch ihn Vorschläge für Experimente bekommen. Ziel des Praktikums war es, ein eigenständiges Projekt komplett durchzuführen. Das heißt mit Literaturrecherche, eigenen Methoden und kompletter Auswertung. In meinem Fall waren das Experimente mit Kalkröhrenwürmern, die zu der Klasse der Polychaeten gehören. Dabei habe ich einen Größen- und Gametenvergleich zwischen solitär und in Aggregationen lebenden Tieren durchgeführt. Es ist wichtig, Hypothesen aufzustellen und diese am Ende auszuwerten.

BP-NS_002Ich persönlich finde Auslandserfahrungen sehr wertvoll und denke, dass man im Ausland viele Erfahrungen sammelt und eine spannende Zeit hat. Für mich stand jedoch auch fest, dass ich nicht an eine Uni im Ausland wollte, um weitere Vorlesungen zu hören. Ich denke, dass das 5. Semester dazu da ist, weitere Praxiserfahrung zu sammeln und sein Wissen in eigenen fachspezifischen Interessensgebieten zu vertiefen. Mein Tipp: Informiert euch vorher im Modulhandbuch über die verschiedenen Vertiefungsmodule und deren Zeiträume. Die meistens werden jedes Jahr im gleichen Zeitblock angeboten. Entscheidet euch, welches VM für euch interessant ist und bestimmt danach euren Praktikumszeitraum. Bei vielen AGs ist es später für die Bachelorarbeit wichtig, schon ein VM dort absolviert zu haben. Wenn ihr noch nicht wisst, in welche Richtung der Biologie ihr gehen wollt, kann ein Praktikum sehr hilfreich sein, sich einen ausgewählten Bereich genauer anzusehen. Ich bin gerade in der Vorbereitungszeit für die Bachelorarbeit und merke, wie sehr der Ablauf des Praktikums dem jetzigen Ablauf ähnelt. Hier sehe ich einen der größten Vorteile des Betriebspraktikums. Man lernt eigenverantwortliches Arbeiten und hat meiner Meinung nach einen Vorsprung vor Kommilitonen, die ihr Semester an einer Uni im Ausland verbracht haben oder an zwei VM der Uni teilgenommen haben. Klar kam es während der selbstständigen Durchführung zu Problemen und Frustrationen, aber diese gehören zur Forschung mit dazu.

Es ist wichtig, einen guten Ansprechpartner vor Ort zu haben, aber auch zu versuchen, kleine Fragen erst einmal selbst zu beantworten. Zudem finde ich ein Praktikum hilfreich, um einen Einblick in die Arbeitswelt und den Alltag eines Biologen zu erhalten. Ich habe in dieser Zeit sehr viel Praxiserfahrung erlangt, konnte aber auch einiges Wissen aus vorherigen Uni-Praxisteilen anwenden.
Vor allem im Bereich Biologie sind Praktika von hoher Bedeutung und sind hilfreich bei späteren Bewerbungen. Ich merke jetzt schon bei Bewerbungen für den Master, dass eine Weiterorientierung außerhalb der generellen Studienleistungen sehr wichtig ist. Wenn Ihr ein Praktikum durchführt, achtet auf jeden Fall am Ende auf ein gutes Praktikumszeugnis. Dies sollte genau die Arbeiten enthalten, die Ihr durchgeführt habt und beschreiben, wie Ihr von eurem Betreuer wahrgenommen wurdet.
Vor allem Praktika im Ausland können im biologischen Bereich nützlich sein, da die Wissenschaftssprache überwiegend Englisch ist. Während der drei Monate konnte ich meine Englisch-Kenntnisse enorm verbessern und vor allem mein Vokabular erweitern. Als Bewertung für mein Praktikum habe ich einen wissenschaftlichen Report über meine Experimente verfasst. Das dieser in Englisch verfasst werden sollte, sehe ich im Nachhinein als sehr förderlich an. Man lernt alle Begriffe, die mit dem Praktikum zusammenhängen, in Englisch. Eine komplette Ausarbeitung auf Englisch zu schreiben, ist zwar zunächst anspruchsvoll, aber klingt schwieriger, als es dann wirklich ist.

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Mein Arbeitsweg zum Labor in Island Bay, Wellington

Die Frage, die sich die meisten hier vermutlich stellen, ist: Wie kommt man in Neuseeland an einen Praktikumsplatz und wie lässt sich das Ganze finanzieren? Meine Antwort darauf ist leider auf den ersten Blick für viele nicht hilfreich. Ich habe das Glück, Verwandte in Wellington zu haben, bei denen ich für die Zeit unterkommen konnte. Dadurch wurden einige Sachen erleichtert. Trotzdem kann ich euch ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben, wenn Ihr wirklich an einem Auslandpraktikum interessiert seid. Zunächst einmal ist es in Münster so gut wie immer möglich, mit etwas Zeitaufwand für ein paar Monate seine Wohnung zwischen zu vermieten. Dadurch hat man unter Umständen im Ausland etwa dieselben Lebenshaltungskosten wie in Münster. Wenn man die Praktika der Uni in den normalen Zeitblöcken absolviert hat, hat man nach dem vierten Semester das erste Mal wirkliche Semesterferien und kann diese nutzen, um Arbeiten zu gehen und damit Geld für einen Flug und andere Kosten zu verdienen. Vielleicht habt ihr auch Verwandte oder Bekannte im Ausland oder könnt Kontakte über Freunde knüpfen. Ein Ansprechpartner vor Ort kann bei Wohnungs- und Platzsuche hilfreich sein. Aber auch wenn Ihr nicht direkt jemanden kennt, solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen. Wenn Ihr wirklich ein Praktikum im Ausland absolvieren wollt, denke ich, dass es für jeden einen passenden Platz gibt. Ihr könnt auch versuchen, über Kontakte und Kooperationen der Uni mit anderen Instituten an einen Praktikumsplatz zu kommen.

Lasst euch nicht von Absagen abschrecken! Ihr könnt auch erste Anläufe telefonisch machen.
Meistens werden für Biologen im Bachelor keine Praktika ausgeschrieben, von daher müsst ihr Initiative zeigen und mit einer guten Bewerbung überzeugen. Habt Ihr Probleme damit, eine Bewerbung richtig zu formulieren oder wisst nicht mehr ganz, wie das Layout passend aussehen muss? Nutzt die Angebote des Career Service. Es gibt sowohl Bewerbungstrainings als auch einen circa 20-minütigen Bewerbungsmappencheck.

Den zeitlichen Ablauf der gesamten Organisation habe ich in Form einer Tabelle hier für euch abgebildet:

Recherche: Überlegung welche Bereiche für mich interessant sind Februar
Bewerbung Februar
Rückmeldung Mitte März
Überprüfung der Rahmenbedingungen Mitte April
Vertrag unterschrieben und eingereicht Anfang Juni
Betreuenden Hochschullehrer suchen Anfang Juni
Absprache der Prüfungsleistungen Anfang August
Praktikum Oktober – Dezember
Abgabe des Reports Anfang Juni
Rückmeldung des betreuenden Hochschullehrers Ende März

 

Mein Fazit:       
Ich würde das Praktikum definitiv wieder genauso machen wollen und kann es jedem, der mit dem Gedanken spielt, nur empfehlen. Man muss sich bewusst sein, dass damit ein höherer Zeitaufwand verbunden ist, als einfach zwei Vertiefungsmodule zu wählen. Allerdings sind in meinen Augen die Erfahrungen weitaus wertvoller. Es ist nicht nur eine perfekte Vorbereitung auf die Bachelorarbeit, sondern ein Vorteil bei zukünftigen Master- und Jobbewerbungen. Dass man so ein neues Land bereisen, seine Kultur und Einwohner kennenlernen kann, ist natürlich ein weiterer großer Pluspunkt.

 

Wenn noch irgendwelche Fragen übriggeblieben sind, könnt ihr mir selbstverständlich gerne eine E-Mail an vivienechelmeyer(at)web.de schicken.

Bilder und Geschichten aus Indien – mein Auslandssemester

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Daniel Dornbusch

DSCN55612014 bin ich mit vier weiteren deutschen Studierenden nach Indien gereist, um das erste meiner Vertiefungsmodule im Bachelor an der University of Hyderabad (UoH) statt an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) zu absolvieren. Dort arbeiteten wir alle für ca. drei Monate im Labor der School of Life Sciences und reisten anschließend für fast zwei Monate durch Indien und Nepal. Ich bin sehr froh über die Kooperation zwischen der WWU und der UoH, da ich ohne diese nie daran gedacht hätte, nach Indien zu gehen, mit ihr es um einiges einfacher war, den Aufenthalt im Vorfeld zu planen und man sicher sein kann, dass es vor Ort Menschen gibt, an die man sich wenden kann und die einem bei allem Möglichen helfen können. Somit wurde der Aufenthalt zu einer wunderbaren Zeit, die mich nachhaltig geprägt hat.

Der Campus

Zunächst will ich euch den Campus vorstellen. Dieser ist nach Angaben der Universität von Hyderabad der größte Asiens, aber das behaupten mehrere Unis von sich. So oder so bleibt festzuhalten, er ist sehr groß, sehr grün und sehr, sehr schön!

Wir haben während unseres Praktikums am Lifescience Center gearbeitet. Ein modernes Gebäude mit Laboren, die für indische Verhältnisse sehr gut ausgestattet sind. Trotzdem gibt es ein paar Unterschiede zu deutschen Laboren. So werden dort stets Flipflops getragen. Außerdem dauert es länger, um an Chemikalien und Geräte zu kommen. Dafür legen die Wissenschaftler aber einen erstaunlichen Erfindungsreichtum an den Tag, um dieses Defizit auszugleichen.

Ich habe im Labor von Professor Bramanandam Manavathi gearbeitet und untersucht, ob bestimmte Mutationen am Pre-B-cell leukemia homeobox interacting protein 1 bei der Tumorentwicklung von Brustkrebs eine Rolle spielen.

Studentisches Engagement

Was mir in der Zeit auf dem Campus auffiel, ist, dass die meisten Studierenden politisch interessiert oder engagiert sind. So wurde vor den Campuswahlen viel diskutiert und für mich war es spannend, mit unterschiedlichen Leuten mit verschiedenen Meinungen zu reden. Das Spektrum reicht von linksliberalen Kommunisten bis hin zu rechtskonservativen Hindus. Dieses Interesse für den zukünftigen Weg Indiens ist auch an den zahlreichen Graffitis auf dem Campus abzulesen.

Eine wichtige Figur für einige meiner indischen Freunde ist B. R. Ambedkar, der sich gegen die Diskriminierung der Dalits (den Unberührbaren) und für Frauenrechte eingesetzt hat. Einige meinten sogar, er ist eine Art Karl Marx Indiens, mit dem Unterschied, dass Marx innerhalb eines Klassensystems und Ambedkar innerhalb eines Kastensystems argumentierte. Insbesondere von Freunde, die aus der Kaste der Dalits stammen und für die Diskriminierung immer noch real ist, wird Ambedkar zum Teil wie ein Gott verehrt.

Das Engagement der Studierenden zeigte sich auch durch eine Studenteninitiative, die kleine ansprechende Mülleimer auf dem Campus aufhing, um auf das Müllproblem aufmerksam zu machen und den Campus ein wenig zu verschönern.

Dennoch muss man sagen, dass Welten zwischen Deutschland und Indien liegen, was die Entsorgung von Müll angeht. Recycling ist ein Fremdwort und meistens wird der Müll irgendwo auf dem Campus verbrannt.

Das Leben vor Ort

Auf dem Campus befinden sich auch die Studierendenunterkünfte. Wir hatten damals die Möglichkeit, zu entscheiden, ob wir in das International Hostel oder in eins der „normalen“ Hostels ziehen wollen. Ich habe mich für das „normale“ Hostel entschieden, da ich erleben wollte, wie es ist, als „normaler“ Student dort zu leben und trotz anfänglichem Kulturschocks kann ich es nur jedem empfehlen! Die Zimmer erinnern zwar ein wenig an Gefängniszellen mit vergitterten Fenstern und massiven Türen, die mit einem Riegel und einem Vorhängeschloss von außen verschlossen werden können. Zudem gibt es keine europäischen Toiletten, auf die man sich setzten kann, und aus dem Duschkopf kommt nur kaltes Wasser. Es hat ein wenig gebraucht, um sich darauf einzulassen, aber nach einer Eingewöhnungsphase habe ich mich dort wirklich wohlgefühlt und dieses Zimmer wurde zu einem Zuhause.

Die indische Küche

Nun kommen wir zu meinem Lieblingsthema, dem indischen Essen. Ich liebe es und vermissen es – wie fast alle, die dort studiert und mit denen ich gesprochen habe. Ich muss aber zugeben, dass ich es scharf mag. Aber, ob ihr wollt oder nicht, wenn ihr in Indien leben wollt, werdet ihr scharfes Essen ebenfalls lieben lernen (müssen).

Ein paar meiner indischen Freunde konnten es sich nicht nehmen lassen, mir die Küche, in der für unser Hostel gekocht wurde, zu zeigen. Auch wenn es die ernsten Gesichter auf den Bildern nicht unbedingt vermuten lassen, haben sich die Leute, die dort gekocht haben, sehr gefreut, dass ich vorbeigekommen bin und bestanden darauf, sich alle von mir fotografieren zu lassen.

Feste und Feiertage

In Indien gibt es viele hinduistische Feste und Feiertage. Eins davon ist Diwali, das Lichtfest. Bei diesem Fest ist es typisch, dass Öllampen in Reihen an Fenster oder Eingänge gestellt werden und, dass Feuerwerkskörpern gezündet werden. Zu diesem Fest gehört natürlich auch gutes Essen und ebenso sollte man ein paar Süßigkeiten als Gastgeschenk mitbringt, wenn man zum Diwali eingeladen wird. Zu den Feuerwerkskörpern muss ich aber sagen, dass die mir zu krass waren. Ohrenbetäubend laut und zum Teil mit einer Druckwelle, die einem Angst machen konnte. Dazu kommt noch, dass die Zündschnüre um einiges kürzer sind, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Dennoch ist es im Großen und Ganzen ein wunderschönes Festival, welches sich über fünf Tage erstreckt.

Der indischer Blick auf Deutschland

Ich habe versucht, euch einen Einblick zu geben, wie ich Indien erlebt habe.
Bleibt noch die Frage, wie wird Deutschland in Indien gesehen. In der Zeit auf dem Campus gab es eine kleine Veranstaltung, auf der verschiedene Länder vorgestellt wurden. Darunter auch Deutschland. Leider haben wir keine besseren Bilder von den Plakaten gemacht, aber diese möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

Wie auf den Plakaten zu sehen ist, ist Deutschland natürlich für Brot, Bier und Fußball bekannt. Wenn ich mit den Leuten gesprochen habe, kamen jedoch meist zuerst diese drei Stereotype: Hitler, Autobahn und Oktoberfest. Wenn ich indische Studierende aus den Naturwissenschaften auf Deutschland angesprochen habe, kam häufig ihre Bewunderung für den Forschungsstandort Deutschland zutage. Insbesondere die Max-Planck-Institute, sowie die Fraunhofer-Institute genießt großen Respekt unter den Studierenden dort.

Die Reise durch Indien

Nach dem dreimonatigen Praktikum haben wir die Zeit bis Weihnachten genutzt, um für zwei Monate durch Indien und Nepal zu reisen. Aber über diese Reise will ich gar nicht so viel berichten, denn jeder Versuch, diese in diesem Artikel zu beschreiben, würde ihr in keinem Fall gerecht werden. Also nur so viel: Es war eine wunderschöne und intensive Erfahrung!

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Mein Auslandssemester an der University of Gothenburg

Vorab

Schon einige Zeit vor dem Wintersemester 2016/2017, also meinem dritten Studienjahr, habe ich mich für einen Auslandsaufenthalt während meines Studiums interessiert und mich rechtzeitig im Internet und durch Präsentationen informiert. Mir war es besonders wichtig, ein Semester in einem Land zu verbringen, in dem man gut mit Englisch zurechtkommt, und meine persönlichen Interessensgebiete abzudecken. Nachdem ich die zahlreichen Möglichkeiten des Erasmus-Austausches durchgegangen bin, habe ich mich glücklicherweise für die Universität in Göteborg entschieden. Im Folgenden möchte ich euch etwas über die Universität, das Studentenleben vor Ort und die Stadt mit ihrer Umgebung näher bringen.

Die Universität

Die University of Gothenburg ist eine der größten Universitäten des Landes und wie alle Bildungseinrichtungen Skandinaviens auf einem modernen Stand was die Ausstattung betrifft. Es gibt zahlreiche Kurse an verschiedenen naturwissenschaftlichen Instituten, die ihr belegen könnt und die auf Englisch gehalten werden. Das Semester ist in zwei Hälften geteilt, in denen ihr jeweils einen Kurs vollzeitig belegt. Generell ist die Anzahl an Wochenstunden und Vorlesungen deutlich geringer als in Deutschland, was nicht heißt, dass weniger Arbeit anfällt. Vielmehr wird von einem erwartet, dass man die vielen „freien“ Stunden selbstständig oder in eigens organisierten Lerngruppen verbringt, um den Stoff der Vorlesungen zu vertiefen. Nutzt die Chance und sucht nach Kursen, die euch interessieren; auch wenn es sich um Masterkurse handelt und ihr euch noch im Bachelorstudium befindet. Auch bei meinem ersten Kurs handelte es sich um einen Masterkurs. Im Nachhinein war es eine der besten Entscheidungen während meines Auslandssemesters, mich für diesen Kurs zu bewerben.

Das Verhältnis zu den Dozenten ist viel angenehmer als in Deutschland, da es eines auf Augenhöhe ist und man auch direkt per du mit allen Dozenten ist, unabhängig davon, ob es sich um einen Doktoranden oder einen Professor Doktor Doktor handelt. Nachdem meine erste E-Mail (Dear Mr. Professor Doctor…) mit „Hey Jan, … Have a nice weekend!
Cheers Adrian“ beantwortet wurde, ist mir das lockere Verhältnis auch bewusst geworden. Dadurch, dass Studenten und Dozenten auf einer Höhe stehen, fällt die Kommunikation in den generell schon kleineren Kursen deutlich leichter. Außerdem macht es einfach viel mehr Spaß, sich intensiv mit einem Thema zu befassen, und auch Fragen werden während der Vorlesung ausführlich in der Gruppe gemeinsam diskutiert. Insgesamt herrschte ein starkes Gruppengefühl in den Kursen, bei dem sowohl Studenten, als auch Dozenten gemeinsam an einem Ziel arbeiteten, wodurch das Lernen deutlich angenehmer fiel und auch effektiver war, als in Deutschland.

Wohnen in Göteborg

Wie in jeder großen europäischen Stadt herrscht auch in Göteborg ein Wohnungsmangel. Daher ist es sehr wichtig, sich über das Wohnungsprogramm der Uni auf verschiedene Wohnheime zu bewerben, da in jedem Wohnheim Plätze für Erasmus-Studenten reserviert sind. Ich habe im Olofshöjd (Olofs) gewohnt, welches mit insgesamt 1.410 Wohnungen das größte Wohnheim in der Stadt ist. Während meiner Zeit dort habe ich fast alle anderen Wohnheime kennengelernt und kann euch das Olofs als Wahl Nummer-Eins nur empfehlen. Nicht nur der günstige Preis (380 € – günstig für Schweden) für ein eigenes Zimmer inklusive eigenem Badezimmer spricht für das Olofs, sondern auch die super Lage. Innerhalb von 10 Minuten seid ihr mit der Tram in der Innenstadt und habt keine Probleme, auch nachts noch nach Hause zu kommen. Das Teilen der Küche mit drei weiteren Erasmus-Studenten stellte für mich persönlich kein Problem dar, da man sich immer zurückziehen konnte, wenn man gerade seine Ruhe haben wollte. Allerdings muss man auch sagen, dass vor Allem die Küche in vielen Fällen alt und leider auch dreckig von vielen Vormietern hinterlassen wurde. Nimmt man sich aber einen Tag zum Aufräumen und Putzen Zeit, lässt es für ein halbes Jahr vollkommen in Ordnung dort leben. Der größte Pluspunkt des Olofs ist das vielseitige Angebot auf dem Gelänge. Neben kostenloser Sauna, die man mieten kann, gibt es auch ein Fitnessstudio für ca. 30 € pro halben Jahr (!), Grillplätze, ein Beach-Volleyball Feld, eine Sporthalle, ein eigenes Cafe, Tischtennisplatten usw. Auch die Tatsache, dass man quasi in einem eigenen „Erasmus-Block“ wohnt lässt besonders am Wochenende keine Langeweile aufkommen und ich habe mich nie alleine gefühlt. Die Zimmer sind allerdings etwas in die Jahre gekommen, aber für 1-2 Semester zum Wohnen völlig in Ordnung meiner Meinung nach.
Die anderen Wohnheime, in welchen ich öfters zu Besuch war (Kastanjebacken und Medicinaregatan-Container), haben ebenfalls einen positiven Eindruck hinterlassen. Gerade die Container haben eine super Lage, da man in
5 Minuten die naturwissenschaftliche Ecke der Universität erreicht. Auch das Leben in einem Container klingt erst einmal viel schlimmer, als es tatsächlich ist, da diese sehr gut eingerichtet sind (Ikea eben). Neben einem extra Schlafzimmer gibt es dort sogar eine eigene Küche. Ich habe von keinem gehört, dass er mit den Containern in Medicinaregatan unzufrieden gewesen ist. Das Kastanjebacken-Wohnheim ist ebenfalls sehr schön. Man wohnt zwar etwas weiter außerhalb (ca. 25 Minuten bis zur Innenstadt), hat dafür aber pro 11 Leute eine riesige und moderne Küche zur Verfügung. Für mich ist das Teilen des Zimmers mit einer anderen Person zwar nicht in Frage gekommen, aber vielen Leuten hat es gefallen, da sich so auch oft Freundschaften gebildet haben.

Zusammengefasst kann ich euch das Olofshöjd empfehlen, da das
Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut ist. Aber auch die anderen Wohnheime machen einen guten Eindruck. Generell sollte man zufrieden sein, überhaupt einen Platz in einem der Wohnheime zu bekommen, da es zu Semesterbeginn noch einige Studenten gab, welche die ersten Wochen in einem Hostel verbringen mussten (wobei auch einige sich nicht über das Programm der Uni für Wohnungen beworben haben). Aber macht euch keine Sorgen: Die Verantwortlichen vor Ort geben alles, damit ihr eine Wohnung findet und die Zeit im Ausland genießen könnt.

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Zwischen Schäreninseln und Innenstadt liegen nur 30 Minuten Fahrzeit.

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Das Leben in Göteborg

… lässt sich wirklich genießen. Die Stadt ist sehr jung und modern und es gibt viele schöne Ecken zu erkunden. Nach einigen Wochenenden habt ihr auch ein paar Bars entdeckt, in denen Getränke, besonders die Alkoholischen, bezahlbar sind. Ausgehen in Schweden ist aufgrund der etwas höheren Lebenshaltungskosten teurer als in Deutschland – besonders das Feiern in Clubs ist erheblich teurer. Die Lebensmittelpreise bei Diskountern wie z.B. Lidl sind dagegen identisch zu denen in Deutschland. Der Großteil der Schweden ist äußerst freundlich und hilfsbereit und nahezu jeder – selbst die ältere Bevölkerung – spricht fließend Englisch. Die Möglichkeiten, in der Stadt etwas zu unternehmen sind, wie es für eine Großstadt mit über 570.000 Einwohnern zu erwarten ist, nahezu unendlich. Von einem Besuch im Stadion bei IFK Göteborg, einen Tag im Freizeitpark Liseberg (mitten im Zentrum mit wirklich guten Achterbahnen) bis hin zu einer Fika in Haga (vermutlich eure neue Lieblingsbeschäftigung) ist alles möglich in dieser Stadt. In 40 Minuten könnt ihr auch mit eurem Stadtticket bis zur Westküste gelangen und mit einer der zahlreiche Fähren (im Stadtticket enthalten) auf die vielen Schären-Inseln vor der Küste Göteborgs gelangen. Bei sonnigem Wetter ist es ein Muss, dass ihr euch während des „Insel-hoppings“ ein Bild von den vielen kleinen und schönen Inseln, welche teilweise von wenigen hundert Menschen bewohnt werden, macht. Aber es gibt noch zahlreiche andere Möglichkeiten, die ihr in Erfahrung bringen könnt.

Fazit

Alle Mitarbeiter der Universität, betrifft es Wohnungsvermittlung, Event-Organisation oder individuelle Anliegen, geben sich außerordentliche Mühe, damit ihr eine unvergessliche Zeit in Schweden habt. Gastfreundschaft wird in Göteborg sehr groß geschrieben! Meiner Meinung nach war das Auslandssemester in Göteborg daher eine der schönsten Zeiten für mich bisher. Aufgrund der persönlichen Weiterentwicklung durch das Auslandssemester generell und der schönen Erfahrung im Ausland zu studieren, kann ich euch nur empfehlen, ein Auslandssemester in euer Studium zu integrieren und die Chance zu nutzen. Auch die Universität in Göteborg und das Leben dort bleiben mir positiv in Erinnerung, sodass ich nicht nur ein Auslandssemester im Allgemeinen, sondern auch eines in Göteborg nur weiterempfehlen kann.

Mit ERASMUS in Turku, Finnland

Theresa Klein-Raufhake

Finnland ist ein junges Land. Vielleicht gerade deshalb sind die Menschen hier urtümlicher, ruhiger, bedachter und leben näher an und mit der Natur. Die Luft ist klar, mehr Freiraum durch die geringe Bevölkerungsdichte, jeder Finne hat ein Summercottage mit Sauna, das Jedermanns Recht, Lagerfeuer, weiche Moospolster, Flechten, Seen und Beeren.

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Wandern in Lappland (September)

Es hat mir so gut in Turku gefallen, dass ich meinen Aufenthalt, der ursprünglich nur von August bis Dezember gegangen wäre, um 2 Monate verlängert habe. Ich habe mich in Land und Leute verliebt, gerne wäre ich sogar noch länger geblieben. Wenn man aber im 5. Semester geht, muss man spätestens zum Projektmodul Anfang März wieder zurück in Münster sein. Sicher ist: ich gehe zurück.

Summerschool

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Ausflug im Rahmen der Summerschool

Ich bin schon am 3. August nach Finnland geflogen, da ich mich für die Summerschool angemeldet hatte. Weil dort ein Finnisch-Kurs mitinbegriffen war, habe ich für August auch schon ERASMUS Gelder beziehen können. Außerdem gab es Kurse in Finnish Culture, Finnish Social Development und Finnish History. Werktags hat man von morgens bis mittags in einer kleinen Klasse mit internationalen Studenten aus aller Welt die verschiedenen Kurse (man kann auch nur selektiv Kurse anwählen) und nachmittags gab es von Mo-Sa ein organisiertes Freizeitprogramm (Kanu fahren, Wandern im Nationalpark, Trips ins Archipelago, International Dinner u.v.m.). Die Teilanhme an der Summerschool kann ich bedingungslos jedem empfehlen. Durch meinen Summerschool-Tutor lernte ich an meinem ersten Tag in Finnland schon alle Leute kennen, die mich durch die nächsten 7 Monate begleiteten und die dort zu meinen engsten Freunden wurden.

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Mit einem Lagerfeuer am See wird traditioneller Weise (Mid)Sommer gefeiert

Ganz ab von der Summerschool solltet ihr so oder so schon im August nach Finnland kommen: Die Tage sind ewig lang, die Sonne geht erst gegen 11 unter, Sommerurlaubstemperaturen (es war hier sogar wärmer als in Deutschland), das Meer vor der Nase, etliche Seen zum reinhüpfen und Hochsaison der Beeren.

 

 

Orientierungswoche

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Am Nordkapp, Norwegen

Das Semester In Turku beginnt im b September, die obligatorischen Orientierungstage sind aber schon in der letzten Augustwoche. Spätestens dann sollte man also anreisen. Es wird einem alles erklärt und man hat die Möglichkeit auf Partys, Veranstaltungen und Events die anderen Austauschstudenten kennenzulernen. Wer die O-Woche hier in Münster genossen hat, dem werden die Orientierungstage in Turku sicher gut gefallen.

 

Studium

Der Link führt zu einer Liste mit allen Kursen, die in Englisch angeboten werden. Die meisten davon sind MSc. Kurse, die kann man aber auch als BSc. Student belegen. Ich selber hatte ausschließlich Kurse des dort recht großen Fachbereichs Ökologie angewählt (Tropical Ecology, Geographical Plant Ecology, Population Estimation and Monitoring Methodology, Conservation Biology).

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In Närpes gibt es die höchste Dichte an Gewächshäusern Finnlands; von deren Licht sind die Nächte dort gemütlich orange eingefärbt.

Da Finnland neben Finnisch auch Schwedisch als 2. anerkannte Amtssprache hat, gibt es in Turku neben der finnischen University of Turku – Turun yliopisto auch die schwedische Åbo Akademi. Beide Unis teilen sich das gleiche Gelände und es ist Studenten erlaubt Kurse beider Unis zu belegen. Die Partnerschaft von Münster ist mit der finnischen Uni, primär ist man also erst einmal dort und um Kurse an der schwedischen Uni anzuwählen, muss man das mit dem International Office in Turku abklären. Ich selber hatte Kurse an beiden Unis. Da müsst ihr einfach mal schauen, was euch von deren Angebot so anspricht.

Die Universitätsdirektorin hat bei der Einführungsveranstaltung während der Orientierungswoche zu uns gesagt „We professors see you students as collegues, you are just a bit younger“. So sieht dann auch die Atmosphäre in den Kursen sehr viel familiärer, persönlicher und ungehemmter aus, als hier in Münster. Auch deshalb, weil die Kurse generell viel kleiner sind:  oft nur 15-20 Leute stark.  Man hat als Student sehr viel mehr Freiheiten, darf Kurse aus allen Fachbereichen anwählen und es gibt auch keinen strikt vorgegebenen Studiumsverlaufplan. Ich hatte nur in einem meiner Kurse eine Abschlussklausur, ansonsten musste ich Essays und Reporte schreiben, Präsentationen und sogar Vorlesungen geben, die dann bewertet wurden.

 Wohnen

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Fluss Aura fließt direkt am Student Village vorbei.

Ich habe im Student Village gewohnt. Dort hatte ich ein 17m2 Apartment mit eigenem kleinen Bad und einer Gemeinschaftsküche, die ich mir mit meinen 11 internationalen Flurnachbarn geteilt habe. Der Vorteil hier ist die Lage: das Student Village liegt direkt neben dem Universitätsgelände und man kann alles schnell fußläufig oder mit dem Rad erreichen. Mit dem Rad ist man in 10 Minuten in der Innenstadt und in 5 Minuten an der Uni.

Ein Zimmer bei Retrodorm ist ein bisschen günstiger, man hat aber keine eigene Dusche und es ist auch ein bisschen weiter weg.

Da es tendenziell mehr Studenten als freie Wohnungen gibt, sollte man sich sowohl bei TYS, als auch bei Retrodorm so schnell wie möglich um ein Zimmer bewerben. Am besten sobald die Anmeldung möglich ist.

Da mein Vertrag mit TYS im Dezember ausgelaufen ist, habe ich für Januar und Februar über die Facebookgruppe Zimmer zur Zwischenmiete finden können. Schaut mal rein, da sind wirklich die meisten Angebote zu finden.

Sprache

Trotzdem ich an 2 Finnisch-Kursen teilgenommen habe, bin ich nicht über die einfachen Basics hinausgekommen. Finnisch zu lernen ist eine Lebensaufgabe und das gelehrte Finnisch hat auch leider kaum etwas mit dem Gesprochenen zu tun. Hauptproblem war wohl auch, dass ich es im Privaten nicht angewandt habe. Obwohl viele meiner Freunde Finnen sind, gehören sie doch alle zu der schwedisch sprechenden Minderheit. Wenn ihr statt Finnisch-Frust ein sicheres Erfolgserlebnis haben wollt, lernt lieber Schwedisch. Das ist so nah am Deutschen, da haben wir es wirklich einfach. Mit gutem Willen und finnischen Freunden ist es aber durchaus möglich: meine amerikanische Freundin Alex wohnte in einer finnischen Familie und sprach nach 7 Monaten schon beeindruckend gut. Im Endeffekt müsst ihr aber weder Finnisch noch Schwedisch können, um in Turku zu überleben. Fast jeder spricht exzellentes Englisch.

 

Freizeit

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Zelten im September, Lappland

Wenn euch nach Natur und Wandern ist, ist Finnland genau das richtige Land. Etliche Nationalparks, Seen, das Meer, Lappland und obwohl das Land ja für seine Flachheit bekannt ist, gibt es gen Norden auch ein paar Berge zu erklimmen.

Wenn ihr darauf Lust habt, könnt ihr an organisierten Trips wie z.B. nach Stockholm, Oslo, Thallin, oder St. Petersburg teilnehmen. Da ist man in riesigen Trupps unterwegs, hat eine Menge Programm und bleibt unter Austauschstudenten, von denen die Mehrheit Deutsche sind. Das vom ESN organisierte Programm (neben Trips auch diverse Partys und andere Veranstaltungen) ist unter ERASMUS Studenten sehr beliebt, man lernt eine Menge Internationaler kennen, allerdings nicht die Finnen selbst.

Ich selber bin mit Freunden privat viel rumgedüst, mit dem Auto nach Lappland und hoch bis zum Nordkapp nach Norwegen und Couchsurfend durch Stockholm.

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Zelten im Dezember, Nationalpark im Osten Finnlands

Aber auch in Turku selbst kann man eine Menge machen. Gegen eine einmalige Hochschulsportgebühr von ca. 45€ darf man an allen angebotenen Kursen über das gesamte Semester hinweg teilnehmen, es gibt eine Kletterhalle direkt neben dem Unigelände und mehrere schöne zentrale Parks, in denen man auch Sport machen kann.

Wie Münster ist auch Turku eine richtige Studentenstadt. Im August und September fanden viele Open Air Veranstaltungen, Festivals und Konzerte statt und auch generell gibt es ein breites Kulturangebot. An Bars und Discotheken ist auch für jeden etwas dabei.

Und natürlich Sauna. Sogar das alte 60er Jahre Student Village Gebäude, in dem ich gewohnt habe, hat eine eigene unterm Dach. Bei mehr Saunen als Haushalten in Finnland kein Wunder. Geht man mit Finnen in die Sauna, kann das gut ein Prozedere von mehreren Stunden werden. Je nach Jahreszeit wird sich dann durch Schwimmen im Meer/ See, Schneeengel machen, oder „Avanto“ (Eisschwimmen) zwischen den Saunagängen abgekühlt.

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Abkürzung über einen eingefrorenen See

Fazit

Worauf wartet ihr?

Studying abroad at our partner university in Hyderabad (India)

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Lena (in the middle) with the other exchange students

I am a student of biology at the University of Münster and me as well as four other students got the great possibility to go as exchange students to India as part of an external spe-cialisation module. The cooperation is between Prof. Moerschbacher (Department of Plant Biology and Biotech-nology) and Prof. Appa Rao Prodile of the University of Hy-derabad (India). This exchange was totally amazing, not only for the chance to get to see how research can be done in other countries but also to get to see another culture and another mentality. While in Germany everything is totally planned and fixed in advance, indians have this great metal-ity of improvising and be frank with everybody. I think I speak for all the German exchange students by saying that it was one of the most amazing and impressing things that we have done in our lifetime! I would advise each and everyone of you, if you ever get this chance, just take it!”

Living and Studying in Sweden – abroad at Stockholm University

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Lena on Sandhamn, a little island close to Stockholm

It was already at an early stage of my bachelor programme, when I decided to spend my abroad. Two main reasons reinforced my decision: Firstly, I’ve always had the desire to see and explore as much as possible in the world and secondly, the positive effect an exchange semester has for my future career. After having a look at the list of ERASMUS partnerships of the Faculty of Biology, I quickly decided on Stockholm since they are offering a wide range of biological courses taught in English and also because Sweden is one of my favourite countries. With hindsight, I can say that this ex-change was a great experience and I would strongly advise everyone to take advantage of the ERASMUS offer! Besides a few problems with finding accommodation, my stay in Sweden was easy to plan. Both the Faculty of Biology in Münster as well as the Department of Biology Education (BIG) at the Stockholm University provide support with all kinds of prob-lems before and during the exchange. In Stockholm, I was able to acquire several positive experienc-es about the Swedish culture as well as the country itself. Although it was quite difficult to get in touch with Swedish students at the beginning, joining sport teams and other events helped me to come into contact with Swedes. Moreover, not only I got the chance to experience the Swedish way of living, I also made some really good friends from all over the world. In this way, I learned a lot about different cultures and garnered several ideas about which countries I may going to visit in the future. Living and studying in Sweden was an amazing experience and I would definitely do it again!