Erasmussemester an der NTNU in Trondheim. Norwegen

Alix

Leben und Studieren in Trondheim

Da wartet dieses Land, Norwegen, das schon vom Flugzeug aus, auf den allerersten Blick nur aus Bergen und Bäumen zu bestehen scheint. Von dem man weiß, dass es mit den höchsten Preisen Europas auf einen wartet, durch seine Ölvorkommen zu Reichtum gelangt ist und die Heimat von Trollen und den besten Langläufern der Welt ist.

Zu Beginn türmt sich vor dem Erasmus‑Aufenthalt so viel Organisationskram auf. Gefühlte tausend Dokumente brauchen beide Unis, eine Unterkunft muss gefunden, eine Kursauswahl getroffen und wieder verändert werden. Aber wenn das alles hinter einem liegt und man endlich sein unterschriebenes Learning Agreement nach Münster schickt ist alles vergessen und in Trondheim kann es losgehen.

Ersetzt man mit dem Auslandssemester nur ein Vertiefungsmodul in Münster, so hat man auch reichlich Zeit Norwegen in vollen Zügen zu genießen und sich über ein sehr ausgewogenes Lern- und Lebenspensum zu freuen. Zwei Kurse braucht man mindestens und  in dem Angebot der NTNU findet man jede Menge  Kurse, die in Frage kommen. Von Seiten der WWU hat man wirklich viele Freiheiten und braucht sich über eine Anerkennung von Kursen, solange sie irgendwie in Verbindung mit Biologie stehen, eigentlich keine Sorgen machen. Besonders die viel kleineren Kurse, mehr Seminare und die lockerere Vorlesungsatmosphäre haben mir sehr gut gefallen. Man kann auch Norwegisch‑Kurse belegen, dafür muss man sich allerdings frühzeitig anmelden und hoffen einen Platz zu bekommen.

Die Orientierungswoche in Trondheim bietet eine super Gelegenheit erste Freundschaften zu knüpfen und bevor die Uni losgeht einmal in das norwegische Studentenleben auszutesten. Davon gibt es jede Menge, denn Trondheim ist eine absolute Studentenstadt und die NTNU die größte Uni in Norwegen. Zu Beginn des Semesters, wenn die Kurse noch nicht so viel Arbeit erfordern habe ich kaum ein Wochenende in Trondheim verbracht. Norwegen bietet einfach zu viel, was entdeckt werden will. Wanderungen in Nationalparks, die Lofoten im Norden, die Fjorde im Westen oder eine der vielen Hütten der NTNU, die Cabins rufen.

002

Sobald der erste Schnee fällt wächst der Ehrgeiz Langlauf als neue Sportart zu erlernen. Dank des kostenlosen Ausrüstungsverleihs der Uni und den Strecken quasi direkt vor der Tür ist das auch tatsächlich für jeden möglich. Wenn man Schnee mag ist man in Trondheim oder generell Norwegen also sehr gut aufgehoben und die Dunkelheit im Winter ist am Anfang schon komisch, man gewöhnt sich aber schnell daran und eigentlich ist es dann auch gar nicht so schlimm. So hat man jedenfalls mehr Zeit nach Nordlichtern Ausschau zu halten und in Weihnachtsstimmung zu kommen.

003

Und weil man so beschäftigt ist Norwegen zu erleben, sind die Vorlesungen im Handumdrehen auch schon vorbei und man findet sich wie üblich in der Bibliothek über seinen Büchern wieder. Das ist dann doch wie Klausurenphasen in Münster, nur eben auf Englisch.

Rückblickend

Ein Semester an einer anderen Universität in einem neuen Land zu verbringen, ganz egal wo, wird einen persönlich immer bereichern. Mit meiner Wahl Norwegen bin ich dabei total zufrieden. Von seinen naturverrückten Bewohnern, für die es so wahnsinnig wichtig ist viel Zeit in der Natur zu verbringen, egal bei welchem Wetter kann man sich anstecken lassen und verbringt hier wahrscheinlich so viele Tage und Nächte in der draußen wie in Deutschland noch nie zuvor.

Trondheim als Stadt und seine Norwegian University of Science and Technology zum Studieren haben mir wirklich sehr gefallen. Die Uni ist total gut organisiert und international, es gibt für Studenten ein wahnsinniges Angebot und die Unterkunftssuche ist dank der Student Welfare Organization Sit einfach. Man kann hier wirklich spüren, wie viel Geld in Norwegen in universitäre Bildung fließt und hat einen dementsprechend toll ausgestatteten Campus und auch sonst super viele Möglichkeiten zum Beispiel zum Sport treiben. Und ein lebendiges Studentenleben hat man in Trondheim auch. Also eigentlich alles was das Herz begehrt!

Die hohen Preise in Norwegen für eigentlich alles, sind besonders unter Austauschstudenten natürlich ein Dauerthema und lassen sich leider auch nicht wirklich umgehen. Für ein Semester würde ich sagen ist das machbar, aber man sollte sich wirklich darauf einstellen und vielleicht vorher ein bisschen sparen wenn man in Norwegen noch viel unternehmen möchte!001

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s