Mein Erasmus-Aufenthalt an der Umeå Universitet in Schweden

bild-1Mein Erasmus-Studium in Umeå, worum es im Folgenden geht, bereue ich auf keinem Fall. Ich rate jedem, der noch studiert, es mal gemacht zu haben, bevor ihr mit dem Studium fertig seid. Ihr werdet Erfahrungen sammeln, die ihr wahrscheinlich in keinem anderen Abschnitt eures Lebens bekommen werdet.

Studieren im internationalen Umfeld

Ich habe mein Erasmus-Semester in Umeå, ein Städtchen im nördlichen Teil Schwedens, gemacht. An der Universität werden viele verschiedene Kurse für Biologiestudierende auf Englisch angeboten, was für mich gut war, da ich kein Schwedisch konnte. Ich habe mir die Kurse „Pharmacology“ und „Tumour Biology“, beide  im Master of Science, ausgesucht. In dem Kurs „Tumour Biology“ waren alle bis auf 2 Studierende aus dem Ausland. Von daher wurde untereinander und natürlich während der Vorlesungen nur auf Englisch gesprochen. Ich fühlte mich gut integriert und die Dozenten und Laborassistenten, die alle sehr gut Englisch sprechen konnten, waren sehr zuvorkommend. Ich fand die Arbeit sehr angenehm und war zu keiner Zeit übermäßig gestresst. Leider kann ich den zweiten Kurs „Pharmacology“ nicht weiterempfehlen. Der Kurs ist bisher noch nicht komplett für internationale Studierende angepasst worden, sodass einige Materialen noch auf Schwedisch waren. Trotzdem konnte ich mit meinen Englischkenntnissen den Kurs mit einer sehr guten Note bestehen. Ich habe auch von anderen Studierenden gehört, dass dieser „Pharmacology“-Kurs nicht der Regel angehört und andere internationale Biologiestudierende die Kurse, die sie besucht haben, sehr gut fanden. Während des Studiums gibt es auch die Möglichkeit, Schwedischkurse zu belegen, was ich aus zeittechnischen Gründen nicht gemacht habe, aber sehr beliebt bei den internationalen Studierenden war.

bild-2Tipps zum Leben in Umeå

Wenn man ins Ausland gehen wird, dann ist eines der wichtigsten Sachen, worum man sich eigentlich frühzeitig kümmern soll, die Unterkunft. Nun, wenn man als internationaler Studierender an der Umeå University studiert, dann braucht man diese Sorge nicht zu haben, weil das International Office Zimmer in Studentenwohnheimen anbietet, welche man für 1 oder 2 Semester erhält. Die Miete beträgt umgerechnet zwischen 250 bis 400 Euro, was ich preislich für Schweden ganz gut finde.

Es stimmt, dass in Schweden einiges teurer ist als in Deutschland. So muss man, wenn man in Restaurants essen will mit mindestens 13 Euro pro Mahlzeit rechnen und auch die Kantinen in der Universität sind mit 6 bis 10 Euro pro vollwertige Mahlzeit nicht unbedingt für das Portemonnaie eines deutschen Studenten geeignet, wenn man täglich dort essen will. Daher sollte man damit rechnen, viel selbst zu kochen. Für schwedische Studierende ist es auch eher üblich, Essen von zu Hause mitzunehmen und es an den zahlreichen Mikrowellen aufzuwärmen. Man kann dann statt einem Abend in einem Restaurant einen Kochabend in den großen Küchen im Studentenwohnheim veranstalten, bei der internationale Studierende mit ihrer heimischen Küche wunderbare Gerichte zum kleinen Preis herbeizaubern können. Ich war von Ende August bis Mitte Januar in Umeå. Das heißt, ibild-3ch durfte Minusgrade von bis zu -15 °C (Ende Dezember/ Anfang Januar waren es mal -22 °C aber da war ich nicht da) und Sonnenstunden von 4 bis 5 Stunden miterleben. Das hört sich dramatischer an, als es ist. Da es in Umeå nicht so windig ist, fühlt es sich nicht so kalt an. Trotzdem sollte man genug warme Sachen einpacken. Für Leute, die empfindlicher gegen Kälte sind, rate ich, eine Skihose und dicke, wasserdichte Stiefeln zu kaufen, da ab November alles verschneit ist. Es werden vor Ort auch spezielle Schuhsohlen verkauft, wodurch ihr auf dem glatten Boden nicht ausrutscht (leider habe ich das zu spät erfahren, sodass ich schon so einige Stunts gemacht habe).

Freizeitaktivitäten mit Leuten aus aller Welt

bild-4Das Beste, was ich aus dem Erasmus-Programm mitgenommen habe, sind die Freunde aus aller Welt, die ich gemacht habe. Um diese kennenzulernen, hat die Universität verschiedene Anlässe organisiert. So gibt es zu Anfang für die internationalen Studierenden eine Orientierungswoche. In dieser wird direkt auf das „Buddy-Program“ hingewiesen. Das Programm, das es auch an der WWU gibt, wird von den heimischen Studierenden organisiert und es werden lustige Veranstaltungen für die internationalen Studierenden organisiert. In Umeå gab es zahlreiche solcher Veranstaltungen wie Brännboll-Wettkämpfe, ein Besuch zur Elch-Farm, Photo-Schnitzeljagd, wandern im benachbarten Wald, Curling, international kochen, draußen am See grillen oder einfach gemütlich ein Geburtstag von jemanden feiern. Wenn man dann die „richtigen“ Leute kennengelernt hat, kann man mit ihnen innerhalb von Umeå z.B. bei einer gemütlichen Fika quatschen (eine Art Kaffee-und-Kuchen-Pause), im Sportcenter bei einer Sportart Wettkämpfern, zusammen zu einer der zahlreichen Studentenpartys gehen oder gemeinsam am benachbarten See die Nordlichter anschauen und grillen. Außerhalb von Umeå kann man in der Natur wandern/campen, nach Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, fahren und im berühmten Eishotel übernachten.bild-5

 

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