„Ich werde Brasilien auf jeden Fall wieder besuchen.“ Kim berichtet über ihre Zeit an der Universidade de São Paulo

Kim

Kurz nachdem ich mein Masterstudium in Münster begonnen hatte, fand ich heraus, dass die WWU eine Kooperation mit der Universidade de São Paulo in Brasilien hat. Da ich vorher noch kein Auslandssemester absolviert hatte und auch noch nie in Südamerika gewesen war, bewarb ich mich sofort für das sogenannte Unibral-Programm. Nach einiger Zeit bekam ich die Zusage. Ich begann sofort, die benötigten Unterlagen zu beantragen, sodass ich so schnell wie möglich starten konnte. Durch die Vorfreude auf São Paulo, eine neue Kultur und neue Menschen sowie die Möglichkeit, Malaria zu erforschen, ging alles sehr einfach.

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Im Mai und trotz all der Wahrungen „wie gefährlich São Paulo“ sein soll ging es dann los. Innerhalb der 5 Monate habe ich Brasilien zum Glück nicht als gefährliches Land kennen gelernt, dennoch kann man natürlich Pech haben. Prof. Carsten Wrenger, der Koordinator des Programms, holte mich vom Flughafen ab und ich bekam direkt viele hilfreiche Tipps und einiges zu São Paulo erzählt. Von einem Kulturschock konnte man nicht sprechen, da ich mir vorher nicht viele Gedanken gemacht hatte und einfach gespannt auf die Großstadt war. Leider konnte ich São Paulo auf dem Hinflug nicht von oben sehen, da ich sehr früh morgens landete. Dennoch merkte ich, dass es eine riesen Stadt ist, da wir bis zum Universitätsgelände unglaublich lange brauchten. Carsten und Gerd, ebenfalls ein deutscher Professor an der Universität in São Paulo, waren sehr hilfsbereit. Dies war beispielsweise wichtig für Arztbesuche, die man ohne Portugiesisch Kenntnisse nicht alleine durchführen konnte.

Auch in meinem neuen „zu Hause“ mit 30 Zimmern und einer Küche (aber jedes Zimmer hatte ein eigenes Bad), fühlte ich mich direkt wohl und lernte viele nette Menschen aus Peru, Kolumbien und Brasilien kennen. Sie haben mir geholfen, mich im Supermarkt zurechtzufinden und haben mir einiges von São Paulo gezeigt. Dies funktionierte anfangs nur, da einige von ihnen Englisch sprechen konnten. Duolingo und meine geringen Spanisch Kenntnisse halfen mir jedoch sehr, um Portugiesisch zu lernen.

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An der Universität bekam ich die Möglichkeit, mir ein Thema/Labor auszusuchen in/an dem ich die nächsten 5 Monate arbeiten durfte. Alle Themen waren sehr spannend. Letztendlich entschied ich mich aber für die Forschung an oxidativem Stress bei Malaria. Dadurch bekam ich Einblicke in die Malaria-Kulturhaltung und hatte die Möglichkeit, mir viele neue Methoden anzueignen wie vor allem die Arbeit mit dem Mikroskop. Insgesamt konnte ich vieles lernen, was für die Masterarbeit sicherlich hilfreich sein wird. Ganz wichtig war für mich das selbstständige Arbeiten und Erarbeiten.

Am Wochenende hatte ich dann Zeit, São Paulo kennen zu lernen und mich vor Ort zurecht zu finden. Brasilianer sind unglaublich offen und helfen so gut es geht, auch wenn man nicht besonders gut Portugiesisch spricht. Ich brauchte 3 Monate bis ich endlich ein wenig verstehen konnte. São Paulo ist durch die zahlreichen Hochhäuser zwar nicht besonders schön, aber wer gerne feiern geht, findet überall Livemusik mit typisch brasilianischen Songs. Ich lernte sogar ein paar Tanzschritte, da die Männer in Brasilien im Gegensatz zu den deutschen Männern meistens sehr gerne tanzen. Außerdem organisieren Brasilianer bei fast allen Anlässen Festivals, sodass es am Wochenende nie langweilig wird. Bei schönem Wetter kann man außerdem im Ibirapuera Park relaxen oder Fahrrad fahren, Graffitis in der Beco do Batman anschauen oder einfach nur die Paulista entlanglaufen und vielen verschiedenen Musikern zu hören. Natürlich sind meistens weite Strecken zurück zu legen, um die Orte zu erreichen. Das Bus und Bahnsystem ist aber sehr gut ausgebaut, auch wenn man manchmal länger als eine Stunde unterwegs ist.

An manchen Wochenenden ergab sich die Möglichkeit, Orte in der Nähe von São Paulo zu besuchen wie z.B. Paranapiacaba, Santos und Guaruja, die nur ca. 1,5 Stunden entfernt liegen. Hat man das ganze Wochenende Zeit, kann man auch Rio de Janeiro, Ubatuba, Maresias oder Ilhabela besuchen, wobei man dafür schon bis zu ca. 6 Stunden Bus fahren muss.

Ich empfehle jedem, einige Zeit im Ausland zu studieren. Man lernt neben einer neuen Kultur und einer oder mehreren neuen Sprachen unglaublich viele interessante Manschen kennen. Durch die Arbeit in anderen Laboren und mit neuen interessanten Themen wie Parasitologie gewinnt man zahlreiche neue Einblick und sammelt Erfahrungen für das weitere Leben. Ich werde Brasilien auf jeden Fall wieder besuchen.

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